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Glossar

Fachbegriffe von Gewährleistung bis Handstück

Seite 7 von 18 im Glossar der Laserreinigung: Hier stehen die Fachbegriffe von Gewährleistung bis Handstück, kompakt erklärt und, wo es passt, mit der zugehörigen Leistung verknüpft. Über die Suche finden Sie jeden der 359 Begriffe.

359 Begriffe

Begriffe von Gewährleistung bis Handstück

  • Sicherheit und Recht

    Gewährleistung (Mängelhaftung)

    Die Gewährleistung, rechtlich die Mängelhaftung, verpflichtet den Auftragnehmer, dafür einzustehen, dass seine Leistung die vereinbarte Beschaffenheit hat; bei Werkverträgen richtet sie sich nach den §§ 633 ff. BGB. Laserreinigung wird meist als Werkleistung vereinbart, bei der ein Ergebnis geschuldet ist; deshalb bestimmt der festgelegte Zielzustand, was als Mangel gilt. Probefläche, Richtwert und Abnahmeprotokoll legen diesen Maßstab vorab fest und vermeiden späteren Streit darüber, welche Reinigungswirkung geschuldet war.

  • Rückstände

    Gipskruste (schwarze Kruste)

    Gipskrusten bilden sich auf kalkhaltigem Naturstein wie Kalkstein, Marmor und kalkgebundenem Sandstein an regengeschützten Stellen, wenn Schwefelverbindungen aus der Luft den Kalk in Gips umwandeln und Ruß und Staub eingelagert werden. Die Kruste ist hart, dunkel und oft blasig, der Stein darunter kann bereits geschädigt sein. Für den gepulsten Laser ist die schwarze Kruste ein klassischer Fall, weil sie die Energie stärker aufnimmt als der helle Stein; wo die Reinigung enden soll, wird an der Probefläche festgelegt.

    Naturstein mit Laser reinigen

  • Prüfen und Messen

    Gitterschnittprüfung (Gitterschnitt)

    Bei der Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 wird mit einem Mehrschneidenmesser ein Gitter aus sechs mal sechs Schnitten bis auf den Untergrund in die Beschichtung geritzt und anschließend ein Klebeband abgezogen. Der Anteil abgeplatzter Felder ergibt den Gitterschnitt-Kennwert von Gt 0 (keine Abplatzung) bis Gt 5. Die Prüfung ist schneller und einfacher als die Haftzugprüfung und eignet sich als Stichprobe, ob eine Beschichtung auf der lasergereinigten Fläche haftet; einen Zahlenwert für die Haftfestigkeit liefert sie nicht.

  • Prüfen und Messen

    Glanzgrad (Glanzmessung)

    Der Glanzgrad beschreibt, wie stark eine Oberfläche gerichtet reflektiert; er wird mit einem Glanzmessgerät nach DIN EN ISO 2813 unter einem festen Messwinkel von 20°, 60° oder 85° in Glanzeinheiten erfasst. Bei der Laserreinigung zeigt der Vergleich mit der Nullmessung, ob Lack, poliertes Metall oder Naturstein mattiert wurde, was auf Oberflächen mit Sichtanspruch ein Abnahmekriterium sein kann. Auf rauen Flächen streuen die Werte; dort ist die Messung nur im Vergleich an derselben Stelle aussagekräftig.

  • Werkstoffe

    Glas

    Glas ist ein spröder, für sichtbares und nahes Infrarotlicht weitgehend durchlässiger Werkstoff, der in Fenstern, Fassaden und Maschinenverglasungen vorkommt. Für die Laserreinigung heißt das: Die Energie wird überwiegend von Schmutz, Farbe oder einer Beschichtung auf der Scheibe aufgenommen, während der Strahl durch klares Glas hindurchgeht und dahinter weiterläuft, was beim Laserschutz zu berücksichtigen ist. Örtliche Erwärmung kann dennoch Spannungsrisse auslösen, vor allem bei vorgespannten, getönten oder beschichteten Scheiben, weshalb Energie und Vorgehen am Muster geprüft werden.

  • Andere Verfahren

    Glasperlenstrahlen

    Beim Glasperlenstrahlen treffen runde Glasperlen auf die Oberfläche und verdichten sie zu einem seidenmatten, gleichmäßigen Bild, ohne sie wie kantiges Strahlmittel aufzurauen; typische Einsätze sind Edelstahl, Aluminium und Formoberflächen. Der Abtrag am Grundwerkstoff ist gering, fest haftende Zunder- oder Lackschichten löst das Verfahren jedoch kaum. Die Laserreinigung hinterlässt kein Strahlmittel, erzeugt aber kein gezieltes Mattbild; wo die Optik der Oberfläche zählt, zeigt die Probefläche das Ergebnis.

  • Rückstände

    Glühzunder

    Glühzunder entsteht bei der Wärmebehandlung und Warmumformung von Stahl, etwa beim Glühen, Härten oder Schmieden, als dicke, harte und spröde Oxidschicht aus mehreren Eisenoxiden. Gegenüber Flugrost sitzt er fester und ist dicker, deshalb entscheidet die Probefläche, mit welchen Parametern und wie vielen Überfahrten er abgetragen wird. Werkstücke mit Glühzunder sind ein typischer Fall vor dem Beschichten, Schweißen oder einer Sichtprüfung der Oberfläche.

    Zunderentfernung mit Laser

  • Rückstände

    Graffiti

    Farbaufträge aus Sprühlack oder Markern auf Fassaden, Mauern, Toren und Metall. Ob der Laser passt, hängt vom Untergrund ab; eine Probefläche legt vorher Ergebnis und Grenzen fest.

    Graffitientfernung mit Laser

  • Rückstände

    Graffitischatten (Schattenbild)

    Ein Graffitischatten ist der blasse Umriss, der nach einer Graffitientfernung sichtbar bleibt, weil Pigmente und Bindemittel in die Poren von Beton, Putz, Ziegel oder Naturstein eingedrungen sind. Der Laser trägt die Farbschicht von der Oberfläche ab; was tiefer im Untergrund sitzt, erreicht er nur, wenn auch Untergrund mit abgetragen wird. Bei saugfähigen Flächen ist der Schatten deshalb einzuplanen und an der Probefläche zu zeigen, damit die Erwartung vorher geklärt ist.

    Graffitientfernung mit Laser

  • Werkstoffe

    Granit

    Granit ist ein hartes, dichtes Tiefengestein aus Quarz, Feldspat und Glimmer, das an Sockeln, Treppen, Bodenplatten und Grabmalen verbaut ist. Gegenüber dem Laser ist der Stein selbst robust, doch seine Minerale nehmen das Licht unterschiedlich auf: Dunkler Glimmer erwärmt sich stärker als heller Feldspat, und polierte Flächen zeigen jede Veränderung des Glanzes. Fleckige Ergebnisse lassen sich deshalb nur vermeiden, wenn die Energie an einer Probefläche eingestellt und die Fläche gleichmäßig geführt wird.

    Naturstein mit Laser reinigen

  • Vorbereitung und Ergebnis

    Grat (Gratbildung)

    Ein Grat ist ein scharfer Materialüberstand an Schnitt-, Stanz-, Bohr- oder Fräskanten, der beim Trennen oder Zerspanen entsteht. Die Laserreinigung beseitigt ihn nicht, denn sie trägt Beläge ab und keinen Grundwerkstoff; der Grat bleibt also stehen und stört an der Kante das Reinigungsbild, die Beschichtung und die Handhabung. Bauteile werden deshalb in der Regel entgratet, bevor sie gereinigt werden, und ein vorhandener Grat sollte in der Anfrage genannt sein.

  • Fügen und Beschichten

    Grundierung (Grundbeschichtung)

    Die Grundierung ist die erste Schicht eines Lackaufbaus und liegt direkt auf dem vorbereiteten Untergrund; sie stellt die Haftung des gesamten Systems her und enthält im Stahlbau meist Korrosionsschutzpigmente wie Zinkphosphat oder Zinkstaub. Ihre Haltbarkeit hängt mehr vom Zustand der Oberfläche darunter ab als von der Schichtdicke: Reinheitsgrad, Rauheit und Freiheit von Salzen und Fett entscheiden, ob sie dauerhaft haftet oder unterrostet. Die Laserreinigung arbeitet trocken und ohne Strahlmittel; welches Rauheitsprofil die Grundierung braucht, gibt das Datenblatt des Beschichtungsherstellers vor.

    Oberflächen vor dem Beschichten mit Laser reinigen

  • Werkstoffe

    Gummi (Elastomer)

    Gummi ist ein elastischer Werkstoff aus vernetztem Kautschuk, der als Walzenbezug, Dichtung, Förderband oder Puffer im Einsatz ist. Als Untergrund nimmt Gummi das Laserlicht stark auf und kann dabei verbrennen, verhärten oder ausgasen, weshalb eine Reinigung nur mit niedriger Energie und nach Probefläche infrage kommt. Umgekehrt ist Gummi als Rückstand ein typischer Fall: Vulkanisationsreste auf Stahlformen und Walzenkernen lösen sich vom Metall, weil sie das Licht deutlich stärker aufnehmen als der blanke Untergrund.

    Gummiformen mit Laser reinigen

  • Werkstoffe

    Gusseisen (Grauguss)

    Gusseisen ist ein Eisenwerkstoff mit hohem Kohlenstoffanteil, der in Formen gegossen wird; die häufigste Sorte, der Grauguss, steckt in Maschinenbetten, Gehäusen, Pumpen und Armaturen, ist spröde und an der Oberfläche oft porös. Gusshaut, Formsandreste, Öl und Rost lassen sich mit dem Laser berührungslos lösen, und anders als beim Strahlen bleibt kein Strahlmittel in Poren und Hinterschnitten zurück. Wie tief der Abtrag gehen darf, ohne die Gussoberfläche aufzurauen, zeigt die Probefläche.

  • Werkstoffe

    Gusshaut

    Die Gusshaut ist die raue, oxidierte und häufig mit Formsand durchsetzte Außenschicht eines Gussteils, wie sie aus der Form kommt. Vor dem Lackieren, Kleben oder Schweißen muss sie meist entfernt werden, und der Laser kann sie ohne Strahlmittel abtragen, das sich sonst in Poren und Hinterschnitten festsetzen könnte. Weil Gusshaut von Teil zu Teil unterschiedlich dick und hart ist, legt die Probefläche fest, mit welcher Energie der Abtrag gleichmäßig wird.

  • Fügen und Beschichten

    Haftgrund (Haftprimer)

    Ein Haftgrund ist eine Spezialgrundierung für glatte oder schwer benetzbare Untergründe wie Zink, Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff, auf denen gewöhnliche Grundierungen abplatzen würden; er bindet sich durch besondere Harze oder eine leichte Anätzung an die Oberfläche. Auch der Haftgrund setzt eine fett- und oxidfreie Fläche voraus, er überbrückt keine Verunreinigung und keinen Weißrost auf Zink. Nach der Laserreinigung wird er dünn aufgetragen und bildet die Brücke zum weiteren Lackaufbau; die Verträglichkeit mit dem Decklack legt der Hersteller fest.

    Oberflächen vor dem Beschichten mit Laser reinigen

  • Fügen und Beschichten

    Haftung (Adhäsion)

    Haftung bezeichnet die Kräfte an der Grenzfläche zwischen Klebstoff oder Beschichtung und dem Untergrund; sie beruht auf molekularen Wechselwirkungen und auf mechanischer Verankerung in der Oberflächenstruktur. Sie entsteht nur auf einer sauberen, benetzbaren und tragfähigen Oberfläche; Fett, Staub oder lose Oxide bilden eine Trennschicht, an der sich die Verbindung später löst. Haftung ist der eigentliche Grund für die Reinigung vor dem Kleben und Beschichten; wie tragfähig eine lasergereinigte Fläche ist, zeigt die Prüfung am Musterteil, etwa im Gitterschnitt oder Abzugversuch.

    Klebeflächen mit Laser vorbereiten

  • Prüfen und Messen

    Haftzugprüfung (Abreißversuch)

    Bei der Haftzugprüfung nach DIN EN ISO 4624 wird ein Prüfstempel auf die Beschichtung geklebt und mit stetig steigender Kraft senkrecht abgezogen. Ergebnis sind die Haftzugfestigkeit in Megapascal und das Bruchbild, das zeigt, ob die Trennung im Kleber, in der Beschichtung oder zwischen Beschichtung und Untergrund erfolgte. Für die Laserreinigung als Beschichtungsvorbereitung ist das der übliche Nachweis, ob die neue Beschichtung auf dem gereinigten Untergrund haftet; die Prüfung hinterlässt eine Fehlstelle, die ausgebessert werden muss.

    Oberflächen vor dem Beschichten mit Laser reinigen

  • Laser und Gerätetechnik

    Handlaser

    Ein Reinigungslaser mit handgeführtem Strahlkopf, der über ein Kabel mit dem Gerät verbunden ist. Damit lassen sich Bauteile und Flächen vor Ort bearbeiten, auch an schwer zugänglichen Stellen.

  • Laser und Gerätetechnik

    Handstück (Laserkopf, Reinigungskopf)

    Das Handstück ist die handgeführte Einheit des Reinigungslasers, in der Scanner und Optik sitzen und über die der Bediener den Strahl auslöst. Es ist über das Lichtleitkabel mit der Strahlquelle im Gerätegehäuse verbunden, sodass sich der Bediener im Rahmen der Kabellänge frei um das Werkstück bewegen kann. Gewicht und Bauform entscheiden darüber, wie lange sich ermüdungsarm arbeiten lässt und ob enge Stellen erreichbar sind; dazu kommt meist ein Anschluss für die Absaugung direkt am Kopf.

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