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Glossar

Fachbegriffe von Nachoxidation bis Oxidschicht

Seite 11 von 18 im Glossar der Laserreinigung: Hier stehen die Fachbegriffe von Nachoxidation bis Oxidschicht, kompakt erklärt und, wo es passt, mit der zugehörigen Leistung verknüpft. Über die Suche finden Sie jeden der 359 Begriffe.

359 Begriffe

Begriffe von Nachoxidation bis Oxidschicht

  • Vorbereitung und Ergebnis

    Nachoxidation (Wiederanrosten)

    Nachoxidation bezeichnet die erneute Oxidbildung auf einer frisch gereinigten, metallisch blanken Fläche durch Luftfeuchte und Sauerstoff. Bei unlegiertem Stahl setzt sie je nach Klima rasch ein und zeigt sich zunächst als Flugrost, der die Haftung einer Beschichtung beeinträchtigt. Nach der Laserreinigung sollte deshalb der Folgeschritt, eine Konservierung oder eine trockene Lagerung unmittelbar anschließen; bei Arbeiten im Freien oder in feuchten Hallen ist der Zeitabstand zwischen Reinigung und Beschichtung vorab festzulegen.

    Magazin: Rost entfernen vor dem Beschichten

  • Ablauf und Angebot

    Nachtrag (Nachtragsangebot)

    Ein Nachtrag ergänzt einen bestehenden Auftrag um Leistungen, die bei der Beauftragung noch nicht enthalten waren oder deren Umfang sich während der Ausführung verändert hat. In der Laserreinigung entsteht er typischerweise, wenn unter einer Schicht weitere Lagen zum Vorschein kommen, zusätzliche Flächen bearbeitet werden sollen oder sich der Zugang vor Ort anders darstellt als in der Anfrage. Ein Nachtrag sollte vor der Ausführung abgestimmt sein, damit klar bleibt, welche Leistung der ursprüngliche Festpreis abdeckt.

  • Andere Verfahren

    Nadeln (Nadelentrosten, Nadelpistole)

    Beim Nadeln hämmert das Nadelbündel einer pneumatischen Nadelpistole Rost, Zunder, Schlacke und dicke Altanstriche von Stahlbau, Gussteilen und Schweißnähten ab; das Verfahren ist robust, kommt ohne Strahlmittel aus und erreicht Ecken und unebene Flächen. Es ist laut, belastet die Hand durch Vibration, verdellt die Oberfläche und lässt sie nur grob gereinigt zurück, weshalb meist ein weiterer Reinigungsschritt folgt. Die Laserreinigung arbeitet ohne Schlag und Verformung; bei dicken Rostschichten kann das Nadeln als Vorarbeit sinnvoll sein.

    Rostentfernung mit Laser

  • Fügen und Beschichten

    Nahtvorbereitung (Schweißnahtvorbereitung)

    Die Nahtvorbereitung umfasst alles, was die Fügekanten vor dem Schweißen brauchen: die Fugenform mit Fase, Steg, Spalt und Öffnungswinkel sowie den Zustand der Nahtflanken, die metallisch sauber sein müssen. Dazu gehört, Rost, Zunder, Fertigungsbeschichtung, Öl oder Zink in einem Streifen beiderseits der Naht zu entfernen, weil diese Schichten sonst Poren und Bindefehler verursachen. Diesen Reinigungsanteil kann der Laser anstelle von Schleifen oder Bürsten übernehmen; die Kantengeometrie bleibt Sache der mechanischen Bearbeitung.

    Laserreinigung vor dem Schweißen

  • Andere Verfahren

    Nassstrahlen (Feuchtstrahlen, Schlämmstrahlen)

    Beim Nassstrahlen wird dem Strahlmittel Wasser zugesetzt oder das Strahlmittel in Wasser aufgeschlämmt, damit der Staub gebunden wird; das Verfahren kommt an Fassaden, in bewohnten Bereichen und dort zum Einsatz, wo offenes Trockenstrahlen nicht zulässig ist. Statt Staub fällt Schlamm aus Wasser, Strahlmittel und Abtrag an, und auf Stahl bildet sich rasch Flugrost, der einen Inhibitor oder ein Nachstrahlen erfordert. Die Laserreinigung bleibt trocken, erzeugt keinen Schlamm und lässt den Stahl ohne Feuchte zurück.

    Fassadenreinigung mit Laser

  • Gebäude und Denkmal

    Naturstein

    Natürlich entstandenes Gestein, das zu Blöcken, Platten oder Werkstücken verarbeitet als Bau- und Fassadenmaterial dient, etwa Sandstein, Kalkstein, Tuff, Trachyt, Basalt, Granit oder Marmor. Härte, Porosität, Farbe und Bindemittel unterscheiden sich von Sorte zu Sorte stark; sie bestimmen, wie der Stein auf die Laserstrahlung reagiert und mit welcher Energiedichte Schmutz, Kruste oder Graffiti abgenommen werden können. Weiche, poröse Sorten wie Tuff oder mürber Sandstein verlangen besondere Zurückhaltung; welche Einstellung passt, zeigt die Probefläche am Objekt.

    Naturstein mit Laser reinigen

  • Sicherheit und Recht

    NOHD (Sicherheitsabstand)

    Der NOHD bezeichnet den Abstand vom Strahlaustritt, ab dem die Bestrahlung des ungeschützten Auges unter den Expositionsgrenzwert sinkt; die Abkürzung steht für den englischen Begriff Nominal Ocular Hazard Distance, die deutsche Norm spricht vom Sicherheitsabstand. Innerhalb dieses Abstands ist Augenschutz Pflicht, und er bestimmt, wie weit der Laserbereich reicht, der bei der Laserreinigung abgesperrt oder abgeschirmt werden muss. Bei Lasern der Klasse 4 kann er weit über den Arbeitsplatz hinausreichen, weshalb der Laserbereich durch Abschirmungen begrenzt wird.

  • Sicherheit und Recht

    Not-Halt (Not-Aus, Notabschaltung)

    Der Not-Halt ist ein schnell erreichbarer Schalter, der den Laser im Gefahrenfall sofort stillsetzt; daneben verlangt die EN 60825-1 für Laser der Klassen 3B und 4 einen Schlüsselschalter, einen Strahlabschwächer und einen Anschluss für eine externe Verriegelung. Handgeräte für die Laserreinigung geben die Strahlung meist nur frei, solange der Taster am Bearbeitungskopf gedrückt bleibt; bei Einhausungen schaltet ein Türkontakt (Interlock) beim Öffnen ab. Vor dem Einsatz sollten auch Beschäftigte des Kunden wissen, wo der Not-Halt sitzt.

  • Prüfen und Messen

    Nullmessung (Ausgangsmessung)

    Die Nullmessung erfasst den Zustand der Oberfläche vor der Bearbeitung, etwa Rauheit, Schichtdicke, Maße oder Glanz, zusammen mit Fotos der betreffenden Stellen. Bei der Laserreinigung bildet sie die Vergleichsbasis, gegen die sich Reinigungsergebnis und Materialverlust später belegen lassen; ohne sie bleibt strittig, ob eine Riefe oder ein Maßunterschied schon vorher da war. Messstellen werden markiert oder dokumentiert, damit die Messung nachher an derselben Stelle mit demselben Verfahren wiederholt werden kann.

  • Fügen und Beschichten

    Oberflächenenergie

    Die Oberflächenenergie ist eine Kenngröße fester Oberflächen, angegeben in Millinewton je Meter, die bestimmt, wie gut Flüssigkeiten sie benetzen: Liegt sie über der Oberflächenspannung des Klebstoffs oder Lacks, breitet dieser sich aus. Blanke Metalle haben hohe Werte, Fettfilme, Trennmittel und viele Kunststoffe niedrige; eine verschmutzte Metallfläche verhält sich wie ein schwer benetzbarer Kunststoff. Reinigen hebt die Oberflächenenergie wieder an und macht die Fläche kleb- und lackierbar; bestimmt wird sie mit Testtinten oder durch Kontaktwinkelmessung.

    Klebeflächen mit Laser vorbereiten

  • Prüfen und Messen

    Oberflächentemperatur (Bauteiltemperatur)

    Die Oberflächentemperatur ist die tatsächliche Temperatur des Werkstücks oder der Wand, gemessen mit einem Kontaktfühler oder einem Infrarotthermometer; sie kann deutlich von der Lufttemperatur abweichen, etwa an kalten Stahlträgern oder sonnenbeschienenen Fassaden. Bei der Laserreinigung fließt sie in den Taupunktabstand ein und entscheidet mit, ob Beschichtungen und Klebstoffe anschließend innerhalb ihres Verarbeitungsfensters aufgetragen werden können. Infrarotmessungen auf blankem Metall sind wegen des niedrigen Emissionsgrads ungenau; dort ist ein Kontaktthermometer verlässlicher.

    Magazin: Rost entfernen vor dem Beschichten

  • Werkstoffe

    Oberflächenzustand

    Der Oberflächenzustand beschreibt, wie eine Fläche vor der Reinigung vorliegt: blank, verzundert, verrostet, beschichtet, verölt, verwittert oder feucht. Zusammen mit dem Werkstoff bestimmt er die Laserparameter und die Zahl der Durchgänge und damit den Aufwand. Deshalb wird er zu Beginn anhand von Fotos und an der Probefläche festgehalten. Eine lose Schicht auf glattem Grund verlangt dabei andere Einstellungen als ein Belag, der in Poren oder Narben sitzt.

    Was kostet Laserreinigung?

  • Rückstände

    Ölfilm (Fettfilm)

    Ein Ölfilm ist eine dünne, oft unsichtbare Schicht aus Bearbeitungs-, Schmier- oder Lageröl, die auf Metallteilen zurückbleibt und das Schweißen, Kleben und Beschichten stört, weil Lacke und Klebstoffe darauf nicht haften und Schweißnähte Poren bekommen. Beim Laserreinigen verdampft der Film unter dem Strahl; die Dämpfe müssen abgesaugt werden, damit sie sich nicht auf der Fläche oder in der Halle niederschlagen. Dicke Fettschichten werden sinnvollerweise vorab mechanisch oder mit Reinigern abgetragen, der Laser übernimmt dann den Rest.

    Öl- und Fettrückstände mit Laser entfernen

  • Rückstände

    Ölkohle (Verkokung)

    Ölkohle entsteht, wenn Öl oder Fett unter Hitze verkohlt und als harte, schwarze Kruste auf Motorteilen, Werkzeugen, Backformen, Walzen und Ofenbauteilen zurückbleibt. Sie haftet fest und lässt sich mit Lösemitteln kaum anlösen; der gepulste Laser trägt sie ohne Chemie und ohne Kratzen ab, weil die dunkle Kruste die Laserenergie gut aufnimmt. Je dicker die Verkokung, desto mehr Überfahrten sind nötig; Hinterschneidungen und Bohrungen erreicht der Strahl nur, soweit er sie direkt trifft.

    Öl- und Fettrückstände mit Laser entfernen

  • Laser und Gerätetechnik

    Optik (Fokussieroptik)

    Die Optik ist das Linsensystem im Handstück, das den aus der Faser austretenden Strahl formt und auf die Oberfläche fokussiert. In Handstücken mit Scanner kommt häufig ein F-Theta-Objektiv zum Einsatz, das den Fokus über die gesamte Linienbreite auf einer Ebene hält, sodass der Abtrag am Rand der Linie nicht schwächer ausfällt als in der Mitte. Die Optik bestimmt Brennweite und Spotgröße; verschmutzte oder beschädigte Linsen mindern die Leistung, weshalb ihnen ein austauschbares Schutzglas vorgesetzt ist.

  • Gebäude und Denkmal

    Originalsubstanz (historische Bausubstanz)

    Das überlieferte Material eines Denkmals samt seiner Oberfläche, also der historische Stein, Putz, Mörtel, das Holz oder die Farbfassung aus der Bauzeit und späteren bedeutenden Phasen. Ihr Erhalt hat in der Denkmalpflege Vorrang; eine Laserreinigung darf deshalb nur Fremdschichten wie Schmutzkruste, Ruß oder Graffiti abnehmen und keinen Abtrag am Material selbst verursachen. Wo die Grenze zwischen Fremdschicht und Substanz liegt, legen Voruntersuchung und Probefläche fest; eine gleichmäßig helle Fläche ist am Denkmal in der Regel nicht das Ziel.

    Laserreinigung in der Restaurierung

  • Ablauf und Angebot

    Ortstermin (Vor-Ort-Besichtigung)

    Beim Ortstermin wird das Objekt vor der Angebotsabgabe am Einsatzort in Augenschein genommen. In der Laserreinigung ergänzt er die Anfrage mit Fotos, wenn Zugang, Umgebung oder Umfang aus Bildern nicht ausreichend hervorgehen, etwa bei Fassaden, eingebauten Maschinen oder verwinkelten Räumen. Der Termin lässt sich mit einer Probefläche verbinden, sodass Machbarkeit und Aufwand in einem Schritt geklärt werden.

  • Sicherheit und Recht

    OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung)

    Die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung regelt den Schutz der Beschäftigten vor Laserstrahlung und anderer künstlicher optischer Strahlung am Arbeitsplatz. Für die Laserreinigung mit Geräten der Laserklasse 4 verlangt sie eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung, die Einhaltung der Expositionsgrenzwerte, Schutzmaßnahmen, die Unterweisung der Beschäftigten und, sofern der Arbeitgeber nicht selbst fachkundig ist, die schriftliche Bestellung eines Laserschutzbeauftragten. Wie diese Pflichten konkret umzusetzen sind, beschreibt die TROS Laserstrahlung.

  • Rückstände

    Overspray (Farbnebel)

    Overspray ist der Lacknebel, der sich beim Spritzlackieren neben dem Werkstück niederschlägt und auf Gestellen, Gehängen, Gittern, Masken und Kabinenteilen mit jeder Charge weiter aufbaut. Dicke Schichten passen nicht mehr in die Aufnahmen, stören die Erdung beim elektrostatischen Lackieren und platzen irgendwann ab, wodurch Partikel ins Lackbild geraten. Der gepulste Laser trägt die Lackschichten ohne Strahlmittel ab; bei vielschichtigem Aufbau zeigt die Probefläche, wie viele Überfahrten nötig sind.

    Entlacken mit Laser

  • Rückstände

    Oxidschicht

    Schicht, die sich auf vielen Metallen durch Reaktion mit Sauerstoff bildet. Sie kann schützen, etwa als Passivschicht auf Edelstahl, an Kontakt-, Löt- oder Klebeflächen aber stören; dort wird sie gezielt entfernt.

    Ausführlich: Oxidschicht

    Oxidentfernung mit Laser

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