Rolltreppenstufen und Kammplatten reinigen: Was Betreiber vorher klären
Welche Teile eine Rolltreppe hat
Wer Rolltreppenstufen reinigen lassen will, hat es mit einer Anlage aus vielen Einzelteilen zu tun. In Fachtexten heißt die Rolltreppe Fahrtreppe. Ein Motor bewegt ihre Stufen umlaufend: Am Ausstieg verschwinden sie unter der Kammplatte, laufen im Inneren der Anlage zurück und kommen am Einstieg wieder hervor.
Die Kammplatten an Ein- und Ausstieg haben eine Schutzaufgabe. Ihre Zähne greifen in die Rillen der Stufen, die dort ab- oder auftauchen. Dadurch wird der Spalt schmaler, und die Gefahr sinkt, dass sich ein Schuhabsatz oder ein anderer Gegenstand darin verklemmt. Ähnliches leisten die Sockelbürsten entlang der Seitenverkleidung, die den Spalt zwischen den bewegten Stufen und der feststehenden Seitenwand abdecken. Wer an diesen Teilen arbeitet, berührt also die Sicherheit der Anlage.
Wie verschieden die Werkstoffe schon an einer Stufe sein können, zeigt die Ausstattungsliste eines Herstellers für Kaufhausanlagen. Er nennt Stufen aus Aluminiumdruckguss, je nach Ausstattung pulverbeschichtet, mit schwarz eingefärbten Vertiefungen und gelben Randmarkierungen aus Kunststoff, dazu Seitenabdeckungen aus geschliffenem Edelstahl und eine Balustrade aus Glas oder Edelstahl. Bei Fahrsteigen heißen die Trittelemente Paletten. Der Handlauf läuft ebenfalls um und bewegt sich im Gleichlauf mit den Stufen. An Ihrer Anlage kann das anders aussehen; Hersteller und Typ geben den ersten Hinweis.
Für die Anfrage und die spätere Abstimmung hilft es, die Teile einzeln zu benennen:
- Stufen mit ihren Stufenrillen und Randmarkierungen, bei Fahrsteigen die Paletten
- Kammplatten an Ein- und Ausstieg
- Seitenverkleidung mit den Sockelbürsten
- Handlauf und Balustrade
- der Innenraum mit Antrieb und zurücklaufenden Stufen
Rolltreppenstufen reinigen: was die Unterhaltsreinigung schafft
Rolltreppen werden regelmäßig mit eingeführten Verfahren gereinigt, und ein Laser tritt nicht an deren Stelle. Ein Hersteller von Reinigungsmaschinen beschreibt den Ablauf in mehreren Arbeitsgängen. Zuerst wird der Bereich mit Absperrband oder Hinweisschildern gesichert. Steine, Kaugummi und andere Fremdkörper, die sich in den Rillen verfangen haben, werden von Hand mit einem Schaber gelöst und trocken abgesaugt. Danach bürstet eine Maschine die Stufenrillen aus, während die Treppe von ihr weg nach oben läuft; Kämme an der Maschine dichten die Rillen ab, damit das Reinigungswasser abgesaugt werden kann.
Handläufe stehen gesondert auf dem Plan. Derselbe Hersteller rät, sie auch außerhalb der Gesamtreinigung zu säubern, weil viele Hände sie berühren. Wie oft welche Teile an die Reihe kommen, legt der Betreiber mit seinem Reinigungsunternehmen fest.
Zur Sonderaufgabe wird ein Rückstand, wenn er nach mehreren Durchgängen an derselben Stelle bleibt und sich mit Schaber und Bürste nicht entfernen lässt, ohne die Oberfläche anzugreifen. Kennzeichnend ist, dass der Belag auf einzelne Stufen, einen Abschnitt einer Kammplatte oder eine Stelle an der Seitenverkleidung begrenzt ist. Für solche Stellen lässt sich eine Laserbearbeitung als Zusatzaufgabe prüfen. Die Pflege der ganzen Anlage bleibt bei der Unterhaltsreinigung.
Betreiber und Wartungsbetrieb: wer was entscheidet
An einer Rolltreppe sind immer mehrere Stellen beteiligt. Auf der Seite des Betreibers ist das zum Beispiel die technische Objektleitung eines Einkaufszentrums, ein Facility-Management-Unternehmen oder die Verwaltung einer Verkehrsimmobilie. Wer die Treppe abschaltet, was an ihr gemacht werden darf und wer sie hinterher wieder freigibt, klären die Anlagenverantwortlichen, bei Bedarf zusammen mit dem Wartungsbetrieb. Das Reinigungsunternehmen weiß, was an den betroffenen Stellen schon versucht wurde; diese Erfahrung gehört in die Anfrage.
Bei den Kammplatten ist diese Abstimmung besonders wichtig. Ob sie nach einer Bearbeitung noch so sitzen und eingreifen, wie es vorgesehen ist, beurteilt der Wartungsbetrieb. Dasselbe gilt für die Frage, ob einzelne Teile dafür ausgebaut werden. Wer Demontage, Transport und Wiedereinbau übernimmt, sollte festgelegt sein, bevor ein Angebot entsteht.
Bei PULSWERK kommen gepulste Faserlaser der Laserklasse 4 zum Einsatz, und wir fahren damit von Köln aus zu Anlagen in ganz NRW. Wir fangen mit dem an, was Sie uns zeigen: Bilder der Stellen, an denen der Belag sitzt, und die Angaben zur Treppe. Danach grenzen wir ein, an welcher Komponente und an welchem Rückstand die Probe ansetzt, und gehen diesen Plan mit Betreiber und Wartungsbetrieb durch, bevor jemand an der Treppe arbeitet. Ein Angebot schreiben wir erst, wenn das Ergebnis der Probebearbeitung vorliegt und alle Beteiligten es bewertet haben.
Stillsetzung und Sperrung im Publikumsbereich
Für eine Laserbearbeitung steht die Rolltreppe still. Bei der maschinellen Unterhaltsreinigung, wie sie der oben genannte Maschinenhersteller beschreibt, läuft die Treppe; während der Laser arbeitet, ist die Anlage dagegen abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert. Ob Stufen zwischendurch weiterbewegt werden, um die nächste zu erreichen, und wer das übernimmt, gehört in die Absprache mit dem Wartungsbetrieb.
Reinigungslaser der Laserklasse 4 brauchen außerdem einen abgegrenzten Laserbereich. Die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) verlangt in § 7 Absatz 3 vom Arbeitgeber, Arbeitsbereiche zu kennzeichnen, in denen die Expositionsgrenzwerte für künstliche optische Strahlung überschritten werden können. Diese Bereiche sind abzugrenzen, und der Zugang für Unbefugte ist einzuschränken, wenn dies technisch möglich ist. In einem Einkaufszentrum oder Bahnhof geht das nur in Abstimmung mit dem Betreiber, der über Zugänge und Wege der Besucher entscheidet.
Zur Planung im Publikumsbereich gehören deshalb die Sperrung beider Zugänge, ein ausgeschilderter anderer Weg zur nächsten Ebene und eine Abschirmung, die Glasflächen und spiegelnden Edelstahl in der Nähe berücksichtigt. Wann gearbeitet werden kann, bestimmt das Wartungsfenster. Ob es außerhalb der Öffnungszeiten liegt oder eine einzelne Anlage tagsüber gesperrt wird, entscheidet der Betreiber; zulässige Arbeitszeiten, Stellplatz und Stromanschluss für die Absaugung gehören in dieselbe Abstimmung.
Nach der Arbeit gibt die zuständige Stelle die Rolltreppe wieder frei, bevor Besucher sie benutzen. Diese Zeit gehört mit in das Wartungsfenster.
Probebearbeitung: woran sich das Ergebnis messen lässt
Ob eine Laserbearbeitung an Ihrer Anlage etwas bringt, lässt sich nur mit einer Probebearbeitung an einer kleinen Fläche der echten Rolltreppe herausfinden. Sinnvoll ist es, dafür eine typische und eine besonders hartnäckige Stelle zu wählen. Das Ergebnis gilt für die geprüfte Komponente. Eine gelungene Probe auf einer Trittfläche aus Aluminium sagt wenig über die gelbe Randmarkierung aus Kunststoff oder die Edelstahlverkleidung daneben.
Damit die Probe eine Entscheidung trägt, legen Betreiber, Wartungsbetrieb und Dienstleister die Erfolgskriterien vorher gemeinsam fest. Was an der Probe als gelungen gilt, wird später zum Abnahmekriterium für den Einsatz. Diese Punkte sollten im Protokoll der Probe stehen:
- ob der beschriebene Rückstand in den Rillen und auf der Trittfläche so weit entfernt ist wie vereinbart
- ob Pulverbeschichtung, eingefärbte Vertiefungen und Randmarkierungen unverändert geblieben sind
- ob Rillen und Kanten ihre Form behalten haben und die Kammplatte aus Sicht des Wartungsbetriebs weiter wie vorgesehen eingreift
- wie lange die Bearbeitung einer Stufe gedauert hat, welche Schutzmaßnahmen nötig waren und ob Teile ausgebaut werden mussten
- welche Nebenarbeiten anfallen und wie sich das Ergebnis gegenüber der bisherigen Reinigung einordnet
- Fotos von Ausgangszustand und Ergebnis im selben Ausschnitt und bei vergleichbarem Licht
Grenzen
Der Laser ist hier für örtlich begrenzte Sonderaufgaben gedacht. Die regelmäßige Reinigung von Stufen, Rillen und Handläufen übernimmt er nicht, und was an einer Metalloberfläche gelingt, lässt sich nicht ohne Weiteres auf die übrigen Teile der Rolltreppe übertragen. Handläufe gehören nicht von selbst zum Auftrag; sie bestehen aus anderen Werkstoffen als die Stufen und werden gesondert betrachtet.
Weil ein Laser auch Beschichtungen abtragen kann, ist bei pulverbeschichteten Stufen, eingefärbten Rillen und Markierungen aus Kunststoff offen, ob sie die Bearbeitung unverändert überstehen. Geht der Rückstand nur zusammen mit der Beschichtung ab, eignet sich das Verfahren für diese Stelle nicht. Bürsten und Kunststoffteile in der Nähe der Arbeitsstelle sollten vorher abgedeckt oder, wenn der Wartungsbetrieb das für nötig hält, ausgebaut werden. Der Strahl wirkt außerdem nur dort, wo er die Fläche trifft, und ob er Grund und Flanken der Rillen erreicht, stellt sich erst bei der Probe heraus.
Eine Reinigung ersetzt keine Instandsetzung. Abgenutzte Stufen oder beschädigte Kammzähne werden durch sie nicht wieder brauchbar, und eine sauberere Oberfläche belegt nicht, dass die Anlage sicher ist. Eine Zusage für die Reinigung der ganzen Anlage, des Innenraums oder für eine Brandschutzreinigung folgt aus einer Probe an einzelnen Stufen nicht. Ob der Laser gegenüber der bisherigen Reinigung Zeit oder Kosten spart, lässt sich erst nach der Probe beurteilen; vorab sagen wir dazu nichts zu.
Häufige Fragen
Wie werden die Rillen einer Rolltreppe gereinigt?
Für die laufende Pflege gibt es Maschinen, die die Rillen mit Bürsten bearbeiten und das Wasser wieder aufnehmen, während die Treppe fährt. Grobe Fremdkörper wie Steinchen oder Kaugummi löst das Reinigungspersonal vorher von Hand. Was danach an einzelnen Stellen haften bleibt, kann als Sonderaufgabe geprüft werden.
Wer schaltet die Rolltreppe für eine Reinigung ab?
Das regeln die Anlagenverantwortlichen mit dem Wartungsbetrieb, bevor jemand an der Anlage arbeitet. Festgelegt wird dabei auch, welche Eingriffe erlaubt sind und wer die Treppe hinterher wieder freigibt. Mit der Arbeit beginnen wir erst, wenn diese Fragen beantwortet sind.
Kann man Kammplatten mit Laser reinigen?
Eine allgemeine Antwort gibt es darauf nicht. Kammplatten schützen den Übergang zwischen Stufe und Boden, deshalb bestimmt der Wartungsbetrieb mit, ob und wie an ihnen gearbeitet wird. Ob ein Belag weicht und die Oberfläche dabei erhalten bleibt, klärt eine Probebearbeitung an der betroffenen Stelle.
Muss die Rolltreppe für die Laserreinigung gesperrt werden?
Ja. Die Anlage steht still, und weil PULSWERK mit Lasern der Klasse 4 arbeitet, braucht die Arbeitsstelle einen abgegrenzten Bereich, den Unbeteiligte nicht betreten. In Einkaufszentren und Bahnhöfen wird die Sperrung mit dem Betreiber geplant, einschließlich eines anderen Wegs zwischen den Ebenen.
Begriffe aus dem Glossar
- Stillsetzung
- Wartungsfenster
- Kontrollierter Laserbereich
- Laserklasse 4
- Abnahmekriterium
- Fotodokumentation (Bilddokumentation)
Anfrage
Probebearbeitung an Ihrer Rolltreppe vorbereiten
Fotografieren Sie die ganze Rolltreppe und die betroffenen Stufen oder Kammplatten aus der Nähe, und nennen Sie Hersteller, Typ, das mögliche Wartungsfenster sowie den Wartungsbetrieb, der die Anlage betreut. Damit prüfen wir, ob eine Probebearbeitung an Ihrer Anlage sinnvoll ist.