Reinigungsverfahren vergleichen: Was alles in die Kosten gehört
Wie Sie die Kosten zweier Reinigungsverfahren vergleichen
Wer für eine Reinigungsaufgabe mehrere Angebote einholt, erhält Stundensätze, Quadratmeterpreise oder Pauschalen, die sich auf den ersten Blick leicht gegenüberstellen lassen. Um die Kosten verschiedener Reinigungsverfahren richtig zu vergleichen, reicht diese eine Zahl aber selten aus, denn sie bildet meist nur die eigentliche Reinigung ab. Was davor und danach anfällt, steht in manchen Angeboten als eigene Position und fehlt in anderen, oft weil es im Betrieb des Auftraggebers selbst entsteht.
Fair wird der Vergleich erst mit einer gemeinsamen Grundlage. Alle Anbieter sollten dieselbe Fläche im selben Ausgangszustand kennen und wissen, welcher Zustand am Ende geschuldet ist. Am besten halten Sie das in einer schriftlichen Leistungsbeschreibung mit Fotos fest. Ein Angebot, das eine Fläche nur optisch auffrischt, lässt sich mit einem Angebot, das sie für eine Beschichtung vorbereitet, kaum vergleichen, auch wenn beide dieselbe Quadratmeterzahl nennen.
Danach lohnt der Blick auf den Gesamtaufwand. Gemeint ist alles, was der Auftrag vom ersten Vorbereitungsschritt bis zur Wiederinbetriebnahme verursacht. Ein Teil davon steht im Angebot des Dienstleisters, ein anderer entsteht in Ihrem Betrieb, zum Beispiel durch eine stillstehende Anlage oder durch Mitarbeiter, die Arbeitsbereiche freigeben und Fremdfirmen einweisen. Beide Teile gehören in dieselbe Rechnung.
Warum die Flächenleistung so stark schwankt
Die Flächenleistung gibt an, wie viel Fläche in einer bestimmten Zeit bearbeitet wird, meist in Quadratmetern pro Stunde. Erst mit ihr wird aus einem Stundensatz ein Preis für die Fläche. Bei jedem Verfahren hängt sie davon ab, was entfernt werden soll und wie fest es haftet. Ein dünner Ölfilm auf glattem Blech ist eine andere Aufgabe als mehrere Lackschichten über Rost auf einem Profil.
Dazu kommen Form und Lage der Fläche. Kanten, Bohrungen, Profile und Vertiefungen verlangen mehr Durchgänge und häufigeres Umsetzen als eine offene, glatte Fläche, und auf einer Bühne, über Kopf oder zwischen Leitungen ist die Arbeit mühsamer als am Boden. Auch das geforderte Ergebnis verändert den Wert.
Herstellerangaben gelten für bestimmte Rückstände auf bestimmten Untergründen. Fragen Sie bei jeder genannten Leistung nach, ob sie die gesamte Einsatzdauer meint oder nur die Zeit, in der tatsächlich gereinigt wird, und ob sie aus einer Tabelle stammt oder aus einem Versuch an Ihrer Fläche. Am belastbarsten ist ein Wert, der dort ermittelt wurde, wo Ihr Auftrag tatsächlich liegt, am besten an der am stärksten betroffenen und an einer durchschnittlichen Stelle.
Vorbereitung, Demontage und Stillstand der Anlage
Bevor gereinigt wird, entsteht bei jedem Verfahren Arbeit, die in einem Quadratmeterpreis oft nicht enthalten ist. Dazu zählen Anfahrt und Einrichtung, bei einem Einsatz vor Ort auch Stellplatz, Stromanschluss und Zufahrt, außerdem der Zugang über Gerüst, Hubarbeitsbühne oder Leiter. Achten Sie darauf, dass diese Posten in allen Angeboten auftauchen, sonst wirkt ein Angebot nur deshalb niedriger, weil etwas fehlt.
Deutlicher unterscheiden sich die Verfahren beim Schutz der Umgebung. Wo mit Strahlmittel oder Wasser gearbeitet wird, verteilen sich Korn, Staub oder Sprühwasser im Umfeld; dann gehören Abdeckung, Einhausung oder das Auffangen des Wassers zum Aufwand. Auch der Laser braucht Vorbereitung, nämlich einen abgesperrten Laserbereich, eine Absaugung und Abdeckungen für empfindliche Teile in der Nähe wie Dichtungen, Sensoren oder Kabel.
Eine wichtige Weiche ist die Frage, ob ein Bauteil ausgebaut werden muss. Wird es in einer Werkstatt gestrahlt oder in ein Bad getaucht, kommen Demontage, Transport, Montage und eine Kontrolle vor dem Wiederanlauf hinzu. Der Ausbau kann die Reinigung selbst erleichtern, weil sich das Teil drehen und von allen Seiten erreichen lässt. Lässt sich die Fläche im eingebauten Zustand reinigen und abdecken, entfallen Demontage, Transport und Montage; Abschaltung, Freigabe und die Kontrolle vor dem Wiederanlauf bleiben.
Der Stillstand der Anlage taucht in Reinigungsangeboten normalerweise nicht auf und gehört trotzdem in den Vergleich, denn was eine Stunde ohne Produktion kostet, wissen nur Sie. Liegt die Reinigung in einem Wartungsfenster, also einem ohnehin geplanten Stillstand, zählt vor allem, ob Abschalten, Freigabe, Reinigung und Wiederanfahren hineinpassen. Ein Verfahren mit kurzer Reinigungszeit kann den Stillstand am Ende verlängern, wenn es einen Ausbau voraussetzt; eine längere Reinigung am eingebauten Teil kann ihn umgekehrt verkürzen.
Strahlmittel, Reinigungsmittel und Entsorgung
Bei Strahlverfahren mit Korn ist das Strahlmittel ein eigener Kostenblock. Es muss beschafft und gelagert, nach dem Einsatz eingesammelt und, wo das Verfahren es vorsieht, aufbereitet werden. Was sich nicht mehr verwenden lässt, landet zusammen mit dem Abtrag im Strahlschutt, der Mischung aus gebrauchtem Korn und abgetragenem Material. Dadurch fällt in der Regel mehr Abfall an, als Schicht von der Fläche kommt.
Was mit diesem Abfall geschieht, hängt von seinem Inhalt ab. Die Abfallverzeichnis-Verordnung führt Strahlmittelabfälle unter zwei Einträgen, einem für Abfälle, die gefährliche Stoffe enthalten, und einem für die übrigen. Stammt der Abtrag von blei- oder chromathaltigen Altbeschichtungen, kann der gesamte Strahlschutt als gefährlicher Abfall gelten. Für gefährliche Abfälle sieht das Kreislaufwirtschaftsgesetz grundsätzlich Nachweise über die ordnungsgemäße Entsorgung vor, und auch dieser Aufwand sollte im Angebot stehen oder ausdrücklich ausgeschlossen sein.
Andere Verfahren verlagern den Posten. Beim Trockeneisstrahlen treffen Pellets aus festem Kohlendioxid auf die Fläche und gehen dabei in Gas über; zurück bleibt der abgelöste Belag, der abgeblasen oder aufgesaugt wird. Wasser- und Chemieverfahren hinterlassen Schmutz- oder Spülwasser; was damit geschehen muss, richtet sich nach seinem Inhalt und den Vorgaben vor Ort. Beim Laser erfasst eine Absaugung die verdampfte und abgelöste Schicht, die als Staub im Filter landet. Wie dieser Staub einzustufen ist, hängt ebenfalls davon ab, was die Schicht enthielt.
Nacharbeit, Probefläche und die Fragen an jedes Angebot
Nach der Reinigung ist der Auftrag selten zu Ende. Je nach Verfahren muss die Umgebung von Korn, Staub oder Wasser befreit werden, einzelne Stellen brauchen Nacharbeit, und eine frisch entrostete Stahlfläche hat keinen Korrosionsschutz, sodass sie je nach Klima bald eine Grundierung oder Konservierung braucht. Eine vereinbarte Prüfung oder eine Fotodokumentation kostet ebenfalls Zeit. Steht davon nichts im Angebot, fällt die Arbeit trotzdem an, dann eben bei Ihnen oder als Nachtrag.
Wo eine Probefläche nötig ist, ist sie selbst ein Posten im Vergleich. Sie macht ein Angebot belastbarer, weil sich an ihr zeigt, welcher Zustand erreichbar ist und welche Flächenleistung für genau diese Aufgabe gilt. PULSWERK reinigt mit gepulsten Faserlasern direkt beim Kunden, von Köln aus in NRW. Auf Fotos und eine Beschreibung des Ziels folgt bei neuen Materialien oder unklarer Ausgangslage eine Probefläche am Objekt oder ein Musterteil, deren Umfang und Kosten vorher abgesprochen werden. Im Angebot stehen die Positionen einzeln, von Bearbeitung, Einrichtung und Anfahrt bis zu Gerüst, Bühne oder besonderer Entsorgung, wenn die Aufgabe sie verlangt.
Wer mehrere Angebote vergleichen will, stellt am besten allen Anbietern dieselben Fragen:
- welcher Zielzustand geschuldet ist und woran er bei der Abnahme gemessen wird
- ob Anfahrt, Einrichtung, Zugangstechnik und Abdeckung enthalten sind oder gesondert berechnet werden
- wer demontiert, transportiert und wieder montiert und wie lange die Anlage dafür stillsteht
- welches Strahl- oder Reinigungsmittel verbraucht wird und ob Beschaffung und Aufbereitung im Preis stecken
- wer die Abfälle übernimmt, wer als Abfallerzeuger auftritt und wie die Entsorgung abgerechnet wird
- wer nach der Reinigung die Umgebung säubert, Stellen nacharbeitet und den Korrosionsschutz übernimmt
Grenzen
Ein vollständiger Vergleich fällt nicht automatisch zugunsten des Lasers aus. Muss an einer großen, frei zugänglichen Fläche weder ein Nachbarteil geschont noch eine scharfe Grenze eingehalten werden, kann ein Strahlverfahren oder Wasserstrahlen im Gesamtaufwand vorn liegen. Hohlräume, Bohrungen und Innenflächen, die der Strahl nicht direkt trifft, erreicht der Laser oft nicht; dort kommt ein Tauchbad oder ein anderes Verfahren in Betracht, meist mit Ausbau des Teils.
Verlangt ein Beschichtungssystem ein Ankerprofil, also die raue Oberfläche, die beim Strahlen entsteht und in der sich die Beschichtung verankert, lässt sich dieses nach der Laserreinigung nicht voraussetzen. Dann gehört ein zusätzlicher Arbeitsgang in die Rechnung. Solange die Flächenleistung nicht an Ihrer Fläche ermittelt ist, bleibt außerdem jede Zeitangabe ein Richtwert, auch wenn sie aus einem Rechner stammt. Ein solcher Rechner erfasst zudem in der Regel nur die reine Bearbeitungszeit.
Ist unklar, was eine Altbeschichtung enthält, lohnt eine Untersuchung vor der Ausschreibung, weil der Inhalt bei jedem Verfahren über Einstufung und Entsorgung des Abfalls mitentscheidet. Ob eine gereinigte Fläche für den nächsten Arbeitsschritt taugt, beurteilt der Betrieb, der ihn ausführt, etwa der Beschichter.
Häufige Fragen
Warum lassen sich Angebote für Laserreinigung und Strahlen so schwer vergleichen?
Weil sie häufig unterschiedliche Leistungen enthalten. Ein Anbieter rechnet Strahlmittel, Abdeckung und Entsorgung mit ein, ein anderer nennt nur die Arbeitszeit am Bauteil. Vergleichbar werden die Angebote, wenn alle Anbieter dieselbe Leistungsbeschreibung erhalten und jeden Posten einzeln ausweisen.
Ist Laserreinigung teurer als Sandstrahlen?
Eine allgemeine Antwort gibt es darauf nicht. Beim Sandstrahlen zählen Strahlmittel, Strahlschutt und der Schutz der Umgebung zum Aufwand, beim Laser die Absperrung des Laserbereichs, die Absaugung und eine Flächenleistung, die stark vom Rückstand abhängt. Welches Verfahren im Gesamtaufwand vorn liegt, zeigen vollständige Angebote auf derselben Grundlage, bei unklarer Ausgangslage auch eine Probefläche an Ihrem Objekt.
Gehört die Entsorgung des Strahlschutts ins Angebot?
Sie sollte dort ausdrücklich geregelt sein, als eigene Position oder als klarer Ausschluss. Enthält die Altbeschichtung zum Beispiel Blei oder Chromate, kann der Schutt als gefährlicher Abfall gelten, und dann kommen in der Regel Nachweispflichten hinzu. Fragen Sie nach, wer den Abfall übernimmt und wie er abgerechnet wird.
Wie rechne ich den Stillstand einer Anlage in den Kostenvergleich ein?
Setzen Sie für jedes Verfahren die gesamte Zeit an, in der die Anlage nicht produziert, vom Abschalten bis zur Freigabe nach dem Wiederanfahren. Diese Dauer bewerten Sie mit dem, was eine Stillstandsstunde Ihren Betrieb kostet; den Wert liefert Ihre eigene Kostenrechnung. Liegt die Reinigung in einem ohnehin geplanten Wartungsfenster, kommt es vor allem darauf an, ob sie vollständig hineinpasst.
Begriffe aus dem Glossar
- Flächenleistung
- Leistungsbeschreibung (Leistungsumfang)
- Stillstand (Stillstandszeit)
- Demontage (Ausbau)
- Strahlschutt (gebrauchtes Strahlmittel)
- Nacharbeit (Nachbesserung)
Anfrage
Ein Angebot, das sich vergleichen lässt
Hilfreich sind ein Gesamtfoto mit der Umgebung, ein Detailfoto der am stärksten betroffenen Stelle und, falls vorhanden, die Leistungsbeschreibung, die auch die anderen Anbieter erhalten. Schreiben Sie dazu, ob das Bauteil eingebaut bleibt, wann die Anlage stillstehen kann und welcher Arbeitsschritt nach der Reinigung folgt.